https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/uploads/tx_tafeln/Fussball2-9_RS.jpg
© Foto: Sport:Kultur e.V.
https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/uploads/tx_tafeln/Fussball2-9_RS.jpg https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/uploads/tx_tafeln/Fussball2-9_VS.jpg

Namhafte Spieler schließen sich

dem VfB Pankow an.

 

Der Verein für Bewegungsspiele Pankow wird

1893 gegründet, der Ort liegt zu der Zeit noch vor

den Toren der wachsenden Metropole Berlin. Die

Mitglieder spielen anfangs Tennis und Cricket,

vor allem die aus England stammenden Gebrüder

Manning machen jedoch den Fußball immer populärer.

1920 wird Pankow wie viele Dörfer und Städte Teil

von Groß-Berlin. Die kleinstädtische, fast ländliche

Idylle verschwindet nach dem administrativen Akt

aber nur langsam. Anlässlich des 40. Vereinsjubiläums

wird der neu hergerichtete Platz in Schönholz in

Betrieb genommen. Um dem Publikum gute Sicht

und standesgemäße Unterhaltung zu bieten, errichtet

der VfB eine respektable Holztribüne, die im zweiten

Weltkrieg durch eine Brandbombe zerstört wird.

 

Franz John schließt sich dem VfB Pankow kurz nach seiner

Gründung an. Der Fotograf zieht aus beruflichen Gründen

nach Süddeutschland und wird am 27. Februar 1900 zum

Mitbegründer und ersten Vorsitzenden des FC Bayern München.

1903 verlässt er den Verein und erwirbt wenig später ein

Fotolabor in Pankow. Beim VfB übernimmt John nun für einige

Jahre das Präsidentenamt.

 

Gustav »Gus« Manning, 1898 und 1899 als Spieler und

Vorsitzender beim VfB Pankow aktiv, beteiligt sich maßgeblich

an der Bildung des DFB und vertritt bei seiner Gründung[s]-

versammlung sechs süddeutsche Vereine. 1905 wandert er in

die USA aus und gründet acht Jahre später die United States

Football Association, deren erster Vorsitzender er ist. Ab 1948

gehört Manning als erster Amerikaner dem Exekutivkomitee

der FIFA an und setzt sich auf dem Fußball-Weltkongress

in Rio de Janeiro 1950 dafür ein, Deutschland wieder in den

Weltverband aufzunehmen. Seine Bemühungen ermöglichen

unter anderem die Teilnahme Deutschlands an der Fußball-

Weltmeisterschaft 1954.

 

Als der 1949 in West-Berlin wiedergegründete Verband Berliner

Ballspielvereine das Vertragsspieler-System einführt, zieht die

DDR-Sportführung die Ostberliner Mannschaften aus der Berliner

Stadtliga zurück und gliedert sie 1950 in die DDR-Oberliga ein.

Sportlich ist der VfB Pankow durch den Weggang von sechs

Stammspielern nach West-Berlin geschwächt und gehört abge-

schlagen zu den Absteigern der Saison 1950/51. Da die DDR-

Sportführung aber unbedingt eine Berliner Mannschaft in der

höchsten Klasse spielen lassen will, wird die BSG Einheit Pankow

im August 1951 ins Oberhaus des DDR-Fußballs aufgenommen.

Doch auch im zweiten Jahr werden die Pankower Tabellenletzter

und müssen unwiderruflich absteigen.

 

Der Sport in der DDR steht auf der Basis von

Betriebssportgemeinschaften (BSG), die seit 1948

auch im Fußball den Spielbetrieb und die Mann-

schaften organisieren und finanzieren. 1949 entsteht

die Fußball-Oberliga als höchste Spielklasse. Am

3. Juli 1950 konstituiert sich unter dem Dach des

Deutschen Sportausschusses der »Fachausschuss

Fußball« als Vorgänger des Deutschen Fußball-

Verbandes der DDR. Dieser existiert von Mai 1958

bis November 1990, als sich der Verband auflöst und

der neu gegründete Nordostdeutsche Fußballverband

dem Deutschen Fußball-Bund beitritt.

 

Einige Mitglieder des VfB Pankow verlassen nach

der Währungsreform und der Teilung Berlins 1948

den Verein. Als bekannt wird, dass sich der VfB in

BSG Einheit Pankow umbenennen soll, verweigern

sich weitere Spieler dem politischen Druck und

gründen im Westteil der Stadt den VfB zu Pankow

neu. Nach dem Mauerfall im November 1989 gehen

die Sportler beider Vereine sofort aufeinander zu.

Unter der Führung von Jörg Milack vollziehen sie am

14. Mai 1991 die einzige Wiedervereinigung eines

deutschen Fußball-Sportvereins.

 

 

Renowned players join the

VfB Pankow.

 

When the Verein für Bewegungsspiele Pankow

(VfB, Pankow club for active games) was founded

in 1893, Pankow was still a suburb on the outskirts

of the growing capital city. At first, the club members

played tennis and cricket, but soon the Manning

brothers, originally from England, made football

increasingly popular. In 1920 Pankow, like many

other villages and towns, was integrated into Greater

Berlin. However, despite this administrative change,

Pankow’s small-town character, its almost pastoral

and idyllic charm, was slow to vanish. The club’s

newly refurbished playing field in Schönholz was

used for the first time during the celebration of its

40th anniversary. The VfB had built sizable wooden

stands to offer spectators a good view and suitable

entertainment. These stands were destroyed by a

firebomb in the Second World War.