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© Foto: Sport:Kultur e.V.

Der Viktoria-Platz ist Austragungsort des ersten Länderspiels auf heimischem Boden.

 

Der BTuFC Viktoria 1889 avanciert in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg schnell zum erfolgreichsten Berliner Verein. Bereits in den 1890er Jahren gewinnt der Club fünf Mal in Folge die Meisterschaft des Deutschen Fußball- und Cricket-Bundes, der den Wettbewerb sogar deutschlandweit austrägt. Da der Gegner aus Hanau als einziger auswärtiger Teilnehmer die Reise nach Berlin aus finanziellen Gründen nicht antreten kann, werden die Berliner zum Sieger erklärt. Nach der Jahrhundertwende folgen zwei Titel im inzwischen gegründeten Deutschen Fußball-Bund, zwei weitere Endspielteilnahmen unterstreichen die Vorherrschaft der »Mariendorfer Löwen«, die auch zahlreiche Nationalspieler stellen. Die 1905 aus eigenen Mitteln gebaute, repräsentative Platzanlage in Mariendorf ist über zwei Jahrzehnte beliebter Austragungsort für Meisterschafts- und internationale Spiele im deutschen Fußball.

 

(Bildunterschriften:)

 

Repräsentative Auswahlspiele zwischen Städten oder Verbänden stoßen auf ein stetig wachsendes Interesse der Berliner Bevölkerung. Die Saisonhöhepunkte finden meist an Sonn- und Feiertagen statt, da die Spieler unter der Woche ihren Berufen nachgehen müssen und oft weite Anreisen haben.

 

Als die DFB-Auswahl am 5. April 1908 in Basel gegen die Schweiz ihr erstes Länderspiel bestreitet, hütet mit Fritz Baumgarten vom BFC Germania 1888 ein Berliner das deutsche Tor. Beim Heimdebüt zwei Wochen später stehen mit Paul Eichelmann, Otto Hantschick (beide BTuFC Union 1892), Paul Fischer sowie Schiedsrichter Paul Neumann (beide BTuFC Viktoria 1889) sogar vier Lokalmatadoren auf dem Platz.

 

Seit dem ersten Länderspiel tragen die Spieler der DFB-Auswahl ein Trikot mit einem Adler auf der Brust. Zunächst »Repräsentativspieler« oder »Internationale«, später Nationalspieler genannt, bedeutet die Berufung zu einem Länderspiel für jeden eine Auszeichnung. Das Auswahlverfahren übernimmt der Spielausschuss des DFB unter regionalen Gesichtspunkten, da niemand einen Überblick über die besten Spieler im gesamten Deutschen Reich haben kann.

 

Zu Ostern 1908 ist der Viktoria-Platz Austragungsort des ersten Länderspiels einer deutschen Nationalmannschaft auf heimischem Boden. 6000 Zuschauer finden den Weg nach Mariendorf, wo sie einen 5:1-Sieg einer englischen Amateurauswahl sehen. Die Berliner Presse berichtet im Vorfeld und nachher ausführlich über die Partie.

 

Die Spiele um den Kronprinzenpokal zwischen den Auswahlmannschaften der Landesverbände sind attraktive Ereignisse im Fußball-Kalender der Stadt. Allein die Tatsache, dass der Thronfolger die Trophäe gestiftet hat, verleiht der Akzeptanz des Fußballs in der Bevölkerung einen enormen Schub.

 

(auf der anderen Seite unter dem Orientierungsplan:)

 

The Viktoria-Platz is the venue for the first international game on home ground.

 

In the years before the First World War, the BTuFC Viktoria 1889 advanced quickly and became Berlin’s most successful football club. In the 1890s the club won the national championship of the Deutsche Fußball- und Cricket-Bund (German football and cricket association) five times in a row. Since the team’s opponent from Hanau was the only participant from out of town and because of financial reasons could not make the journey to Berlin, the Berlin team was declared the winner. After the turn of the century, the team won two titles in the German Football Association (Deutscher Fußball-Bund), which had been established in the meantime. In addition, the team also twice more made it to the finals, thus showing the pre-eminence of the »Mariendorfer Löwen«, a team that also sent two players to join the national team. The club had built its imposing sports field facility in Mariendorf with its own funds in 1905. For more than two decades it was a popular venue for championship and international games.