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© Foto: Sport:Kultur e.V.

Von Berlin gehen zahlreiche Impulse zur Gründung von Sportverbänden aus.

 

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts bemühen sich die Akteure um die Organisation ihres Sports und die Bündelung der Interessen. Die Vereinheitlichung der Regeln, die Abwicklung eines regelmäßigen Spielbetriebs und die Verankerung in der Gesellschaft sind die ambitionierten Ziele. Zahlreiche Impulse zur Gründung von Verbänden gehen von Berlin aus, insbesondere Georg Demmler und Fritz Boxhammer engagieren sich bei der Etablierung des Fußballsports auch überregional. Beim DFB zunächst als Mitglied des Spielausschusses aktiv, wird Boxhammer von 1905 bis 1911 2. Vorsitzender. 1907, als es im Vorfeld des Ersten Weltkrieges auch im DFB zunehmend nationalistische und militaristische Tendenzen gibt, schreibt er im DFB-Jahrbuch über Länderspiele: »In dieser internationalen Betätigung des Sports liegt ein außerordentlich wichtiges Moment zur Überbrückung politischer und nationaler Gegensätze, und in diesem Sinn ist der Sport einer der erfolgreichsten Förderer der Friedensidee. Dass ... der DFB, seine Verbände und Vereine an ihrem Teil sich dieser wichtigen internationalen Kultur- und Friedensaufgabe stets bewusst sein mögen, das ist unser aller aufrichtiger Wunsch.«

 

Nach verschiedenen Versuchen, eine übergreifende Dachorganisation des deutschen Fußballs zu schaffen, kommt es auf Initiative des Berliners Georg Demmler am 28. Januar 1900 im Restaurant Mariengarten in Leipzig zur Gründung des Deutschen Fußball-Bundes. An der Versammlung in festlichem Rahmen nehmen zahlreiche Vertreter von Berliner Vereinen teil.

 

Georg Demmler, der 1898 die Deutsche Sportbehörde für Athletik ins Leben ruft, ist auch sportlich ein Multitalent, der seine errungenen Pokale und Medaillen stolz präsentiert. Die frühen Vereine wie auch die Athleten selbst üben verschiedene Sportarten wie Fußball, Cricket, Leichtathletik und Radfahren aus. Erst mit der Zeit erfolgt eine zunehmende Differenzierung und Spezialisierung, die zur Gründung jeweils eigener Organisationen führt.

 

Auf Betreiben Georg Demmlers überlässt das »Komitee für die Beteiligung Deutschlands an den Olympischen Spielen 1900« dem DFB eines von vier Exemplaren der »Viktoria« als künftig auszuspielenden Wanderpreis für die Bundesmeisterschaft. Die Trophäe soll zunächst im jährlichen Wechsel im Fußball und im Rugby vergeben werden, bleibt dann aber doch den Fußball spielenden Vereinen vorbehalten.

 

 

Many initiatives for establishing sports associations had their start in Berlin.

 

Since the late 19th century, players have tried to organize their sport and to pool their interests. Among their ambitious goals were standardizing rules, operating regular game schedules, and helping football take root in society. Many initiatives and impulses for establishing associations started in Berlin, and Georg Demmler and Fritz Boxhammer in particular are very involved even on the national level in their efforts to gain ground for football. Initially active as member in the DFB’s game committee, Boxhammer held the post of vice chairman from 1905 until 1911. In 1907, when in the run-up to the First World War nationalist and militarist tendencies increasingly also make themselves felt in the DFB, he wrote the following in the DFB’s yearbook regarding international matches: »In sport’s international activities we find an extraordinarily important element for bridging the gulf between political and national opposites, and in this sense sport is one of the most successful promoters of the idea of peace. That the DFB, its associations, and clubs remain always aware of the part they have to play in this important international cultural and peace mission – that is what all of us sincerely wish for.«