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© Foto: Sport:Kultur e.V.

Sport ist in Gesellschaft und Politik ein wichtiges Thema.

 

Die Wiese vor dem Reichstag ist seit dem Mauerbau 1961 ein beliebter Ort für Erholung und Sport. Insbesondere für den Freizeitfußball bietet das großzügige Areal ideale Bedingungen. Nachdem der Deutsche Bundestag im Jahre 1999 seinen Sitz in dem modernisierten Gebäude bezieht und dadurch der davor gelegene »Platz der Republik« als repräsentative Grünfläche mit besonderer Bedeutung für die Darstellung des Landes gilt, ist das Fußballspielen auf dem Rasen seit 2003 allerdings nicht mehr gestattet. Als während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland »die Welt zu Gast bei Freunden« ist, baut ein Sportartikelhersteller vor dem Reichstag einen Nachbau des Berliner Olympiastadions auf, in dem die Fans alle 64 WM-Spiele auf Großleinwänden verfolgen.

 

Insbesondere bei großen Turnieren gehen auch Amtsträger ins Stadion, danach empfangen sie die erfolgreichen Spieler und verleihen ihnen Auszeichnungen. Auf diese Weise unterstreichen Politiker, dass die Fußballer immer auch Botschafter ihres Landes sind und welche immense Bedeutung der populäre Sport hat.

 

Auch im Deutschen Bundestag ist Sport ein wichtiges Thema. Seit 1969 gibt es einen Sportausschuss, der wichtige sportpolitische Fragen berät und Großereignisse im eigenen Land plant und begleitet. Die Abgeordneten haben auch eine eigene fraktionsübergreifende Fußballmannschaft, die seit 1961 existiert und gegen andere Parlamentsauswahlen sowie Hobby-Teams aus Sport, Kultur, Wirtschaft und Medien antritt.

 

Die gleichberechtigte Teilhabe aller am Leben in der Gesellschaft ist eine bleibende Aufgabe von Politik und Zivilgesellschaft. Es gilt Angebote zu schaffen, Ressourcen bereitzustellen und ein öffentliches Bewusstsein zu bilden. Die einmalige Austragung eines Länderspiels der Blindenfußball-Nationalmannschaft im Mai 2010 unmittelbar vor dem Reichstag und andere öffentlichkeitswirksame Events leisten hierzu einen wertvollen Beitrag.

 

 

Sports: An important topic in society and politics

 

After the Berlin Wall was built in 1961, the grassy area in front of the Reichstag building became a popular destination for recreation and sports. With its generous size and layout it offered ideal conditions, particularly for leisure footballers. After the German Bundestag moved into the modernized building in 1999, the »Platz der Republik« (Republic Square) in front of it came to be considered an important public green space with special symbolic significance for the country’s image. As a result, ever since 2003, playing football is no longer allowed there. In 2006, when the FIFA World Cup games in Germany were »a time to make friends«, a sporting goods manufacturer built a replica of the Berlin Olympic stadium in front of the Reichstag building; the reproduction housed large screens on which fans could watch all 64 World Cup matches.

 

 

Fußball bietet Raum für Emanzipation von Frauen.

 

Seit den Anfängen des Fußballs in Deutschland spielt der Frauenfußball lange Zeit eine untergeordnete Rolle. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gibt es zwar vereinzelt auch Spielerinnen, die Ausübung des Sports durch Frauen stößt jedoch auf massiven Widerstand beim männlichen Teil der Bevölkerung. Die gesellschaftliche Akzeptanz wächst wie in anderen Ländern Europa nur zwischenzeitlich während des Ersten Weltkriegs, als Frauen in der Heimat ohnehin »ihren Mann stehen«. Im Nationalsozialismus entsprechen Fußball spielende Frauen nicht dem ihnen zugedachten Rollenbild, und auch in beiden deutschen Staaten ändert sich daran zunächst nur wenig. Erst im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts gibt es ernstzunehmende Versuche, die Geschlechter-Klischees aufzubrechen, wofür auch der Sport eine Möglichkeit bietet. Allmählich entwickelt sich der Fußball zu einem Spielfeld für die Emanzipation von Frauen.

 

Weitere Themen auf der Informationstafel:

- Verbot des Frauenfußballs

- Erfolge und Akzeptanz

- Fußball als Raum für Emanzipation