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© Foto: Sport:Kultur e.V.

Das weitläufige Areal bietet Ende des 19. Jahrhunderts reichlich Platz für den Sport.

 

Seit 1722 vom preußischen Militär als Parade- und Exerzierplatz der Berliner Garnison genutzt, ist das südlich der Stadt vorgelagerte Tempelhofer Feld Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner, wozu auch zahlreiche Gaststätten und ein Vergnügungspark beitragen. Das weitläufige Areal bietet viel Platz für verschiedene Freizeitaktivitäten wie den Sport, der zu der Zeit gerade in Mode kommt. Viele Pioniervereine des deutschen Fußballs, die sich am englischen Vorbild orientieren und von denen wichtige Impulse für die Entwicklung des Fußballs in Deutschland ausgehen, tragen hier ihre ersten Spiele aus. Zwischenzeitlich spielen in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg bis zu 30 Mannschaften gleichzeitig auf dem weitläufigen Areal. Parallel wird auf dem Gelände durch verschiedene Flugversuche und Demonstrationsflüge Luftfahrtgeschichte geschrieben, was Voraussetzung für die spätere Entwicklung zum Flughafen Tempelhof ist. Der Fußball wird an den südlichen Rand und weiter hinaus in die umliegenden Dörfer gedrängt. Für die sportliche Nutzung bleiben nur die Plätze des 1930 errichteten Sportparks am östlichen Rand des Tempelhofer Feldes.

 

Da noch keine festen Sportanlagen existieren, müssen die frühen Fußballer vor jedem Spiel den Platz abstecken und die Geräte auf das Feld tragen. Selbstgezimmerte Torstangen und Eckfahnen bilden zusammen mit dem aus England importierten Ball den kostbaren Besitz eines Vereins. Dieser wird in den Kneipen in der nahegelegenen Tempelhofer Vorstadt aufbewahrt, die auch als Umkleideraum und Versammlungsstätte dienen.

 

Um nicht Gefahr zu laufen, durch Patrouillen vertrieben zu werden, müssen die Vereine bei den preußischen Militärbehörden erst eine Genehmigung für das Spiel auf dem Tempelhofer Feld einholen. Da die Spieler zumeist noch recht jung sind, springen wohlwollende Väter oder ältere Geschwister ein. Fehlt ein solcher Schein, müssen die oft noch nicht stabilen Vereine um ihre Existenz fürchten, da sonst kein regelmäßiger Spielbetrieb möglich ist.

 

Ab 1924 errichtet der BFC Preussen an der Ostseite des Tempelhofer Damms eine Sportstätte, die bis zu 40.000 Zuschauern Platz bietet und sich bald als überdimensioniert erweist, zumal wenige Jahre später in Berlin bereits einige große Plätze existieren. 1927 ist das Preussen-Stadion Drehort für den Fußball-Spielfilm »König der Mittelstürmer«, 1933 dient es als Austragungsort für das erste SA-Massensportfest. 1936 muss das Stadion dem Neubau des Flughafengebäudes weichen.

 

 

Seit 2010 besteht viel Raum, Neues und Ungewöhnliches auszuprobieren.

 

Nachdem 2008 der Flughafen-Betrieb eingestellt und 2010 das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, steht das Tempelhofer Feld wieder den Berlinern als Ort für Naherholung zur Verfügung und wird für die verschiedensten Betätigungen auch im Bereich des Sports genutzt. Wie die Bundeshauptstadt zu Beginn des 21. Jahrhunderts ohnehin ein Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt ist und als weltoffene Metropole vielfältige Möglichkeiten zur Entfaltung von Kreativität bietet, stellt auch das Gebiet des ehemaligen Flughafens ein ideales Experimentierfeld für neue Entwicklungen im Sport dar. Es besteht viel Raum, Neues und Ungewöhnliches öffentlich auszuprobieren. Neben den »klassischen« Trendsportarten wie Beachvolleyball oder Inlineskaten werden auf dem Tempelhofer Feld neue Bewegungsaktivitäten wie »Slacklining« oder »Jugger« ausgeübt, die kulturelle Ausdrucksformen sind.

 

Der Berliner Fußball-Verband engagiert sich seit Jahren im sozialen Bereich. Mit dem Präventionstag, der seit 2011 auf dem Tempelhofer Feld durchgeführt wird, will er ein Zeichen gegen Gewalt und Rassismus setzen und für Themen wie sexuelle Gewalt gegen Kinder oder Alkohol- und Drogensucht sensibilisieren. Bei einem bunten Fußball-Fest für Jung und Alt kommen Sportler, Familien und Interessierte zusammen, um bei gemeinsamen Aktivitäten spielerisch Fairplay und Toleranz einzuüben.

 

Sport hat einen großen Einfluss auf Mode und Lifestyle. Mit seinem unmittelbaren Bezug auf Körperlichkeit beeinflusst er Identitätsbildung und Selbstdarstellung individuell und kollektiv, was sich im Tragen bestimmter Kleidung und damit der Zuordnung zu einer bestimmten Gruppe äußert. Bei zunehmender Wichtigkeit von Gesundheit und Fitness hat er im Leben vieler Menschen eine wichtige Funktion.

 

Die Spielidee des Fußballs wird seit den 1990er Jahren auch für mobile Roboter umgesetzt. Wissenschaftler erhoffen sich davon neue Erkenntnisse auf den Gebieten der Künstlichen Intelligenz und der Robotik. In unterschiedlichen Ligen finden nationale und internationale Wettbewerbe statt. Das Berliner Team der FU-Fighters konnte 2004 und 2005 den RoboCup in der »Small-Size-League« gewinnen, seit 2007 treten die FUmanoids in der Klasse »Humanoid KidSize« an.

 

 

The extensive area offered lots of room for sports at the end of the 19th century.

 

Tempelhofer Feld had been used by the Prussian military as parade and drill grounds for the Berlin garrison since 1722. Located to the south and just outside of the city proper, the Tempelhofer Feld was a popular destination for excursions in the late 19th century and back then also featured numerous restaurants and an amusement park. The large area offered a lot of room for many different recreational activities, such as sports, which were just becoming fashionable back then. Many pioneering clubs of German football that follow the English example and set in motion important impulses for the development of football in Germany hold their first games on the Tempelhofer Feld. In the meantime, in the years before the First World War, as many as 30 teams played at the same time on the large site, while various flight attempts and demonstrations took place on another part of the extensive site and made aviation history. They are the precondition for what later became Tempelhof airport. Football was more and more pushed to the southern edge and beyond into the surrounding villages. Only the fields of the sports park, which had been established in 1930 at the eastern edge of the Tempelhofer Feld, remained available to be used for sports.

 

Since 2010 there has been a lot of space available for trying out something new and unusual.

 

Since the airport operations were discontinued in 2008 and the grounds were made accessible to the public again in 2010, the Tempelhofer Feld is once again available to the Berliners for local recreation and is used for a great variety of activities, including different types of sports. The federal capital at the beginning of the 21st century already attracts people from all over the world, and as a cosmopolitan metropolis it offers many opportunities for developing creativity. Likewise, the site of the former airport also invites experiments with new developments in sports. There is a lot of room for trying out something new and unusual. In addition to the classic trend sports such as beach volleyball or inline skating, the Tempelhofer Feld is also the place where people practice new movement activities, such as »slacklining« or »jugger,« both of which are forms of cultural expression.