zurück zur Suche

Eduard Willis

11.10.1935 - 15.02.2011

Goebelstraße 143

[folgt]

Die Gedenktafel befindet sich an dem nach Eduard Willis benannten Haus. Eduard Willis setzte sich seit den 1970er Jahren für die Enthospitalisierung von Menschen mit geistiger Behinderung ein und kämpfte für ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Das Eduard-Willis-Haus ist eine Einrichtung des RC e.V. in Berlin Spandau, der sich seit 1991 für die Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit speziellem Hilfebedarf einsetzt.

Der Psychologe Eduard Willis arbeitete seit 1964 im psychiatrischen Krankenhaus in Weinsberg. Bis dahin war es nicht üblich, dass in psychiatrischen Einrichtungen Psychologinnen oder Psychologen tätig waren. Er setzte sich maßgeblich für fehlplatzierte Menschen mit geistiger Behinderung ein, die in psychiatrischen Einrichtungen weggeschlossen und vergessen wurden. 1969 gründete er den Weinsberger Hilfsverein, der sich für angemessene psychiatrische Angebote einsetzte, engagierte sich in der Psychiatrie-Enquete und beeinflusste durch seine Mitarbeit in zahlreichen Gremien und Projekten die heutigen Vorstellungen regionaler und kommunaler psychiatrischer Versorgung. 

Das Eduard-Willis-Haus befindet sich in Siemensstadt, nahe dem Volkspark Jungfernheide. Der denkmalgeschützte Klinkerbau, 1928 von Hans Hertlein als Erholungsheim für junge Fabrikarbeiterinnen der Firma Siemens errichtet, wurde im Jahr 2000 grundsaniert und im Jahr 2010 durch einen Neubau auf dem Gelände ergänzt. Hier leben 42 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung, gravierenden Verhaltensauffälligkeiten und begleitenden psychiatrischen Erkrankungen. Noch heute leben in dem Haus Menschen aus der damaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik.

zurück