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Anbringung 1989 (Abbildung alte Tafel) Tafelerneuerung 2008

Vom 23. Oktober bis 1. November 1947 wurde im Rathaus Pankow

vor einem sowjetischen Militärtribunal gegen 13 Angehörige der

SS-Lagerleitung des Konzentrationslagers Sachsenhausen und drei ihrer Helfer ein Strafprozess öffentlichkeitswirksam inszeniert. Wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilte

das Gericht 14 der Angeklagten nach dem Gesetz Nr. 10 des Alliierten Kontrollrates zu lebenslanger und die anderen beiden zu 15-jähriger Haft

mit Zwangsarbeit. Der Lagerkommandant Anton Kaindl und fünf

weitere Verurteilte starben im Straflager Workuta nördlich des Polarkreises. Die sowjetischen Behörden überstellten neun Verurteilte 1955 als

»nicht amnestierte NS-Verbrecher« in die BRD. Sie wurden auf freien Fuß gesetzt, da die Urteile des Pankower Prozesses dort keine juristische Anerkennung fanden. Infolge neuerlicher Strafverfahren wurden drei

von ihnen wiederum zu lebenslanger Haft und drei weitere zu

mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Die Lagerhaft in der Sowjetunion wurde auf das verhängte Strafmaß angerechnet. Ein Angeklagter

nahm sich vor der Urteilsverkündung das Leben. Die Ermittlungsverfahren gegen zwei weitere im Pankower Prozess Verurteilte wurden eingestellt.

Einen zu lebenslanger Haft verurteilten Funktionshäftling des KZ

überstellte die UdSSR in die DDR. Er wurde nach Verbüßung seiner Strafe

im Jahre 1970 aus der Haft entlassen.