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© Foto: Holger Hübner

PLAZA

An diesem Ort - früher Küstriner Platz - wurde am 1. Februar 1929

das »Volksvarieté« Plaza-Theater im 1867 errichteten ehema-

ligen Ostbahnhof eröffnet. Gründer der Plaza-Theater GmbH

waren die jüdischen Unternehmer Jules Marx (erster Direktor),

Karl Wolffsohn, Moritz Löwenthal und andere.

Mit seinen 3.000 Plätzen

bot das Plaza-Theater in

Mitten der Arbeiterviertel

von Friedrichshain »das

größte Programm bei klei-

nen Preisen in höchster

Vollendung«. Nach dem

Machtantritt der Nazis

wurde das Plaza-Theater

arisiert und durch die Organisation »Kraft durch Freude« in den

Dienst nationalsozialistischer Ideologie und Kultur gestellt.

Jules Marx floh nach Paris und

wurde 1939 im Lager Gurs

(Pyrenäen) interniert. 1943

wurde er von französischen

Kollaborateuren an Deutsch-

land ausgeliefert. Am 8. Mai

1944 wurde Jules Marx im KZ

Sachsenhausen ermordet.

Karl Wolffsohn flüchtete mit seiner Familie 1939 nach Britisch-

Palästina. 1949 kehrte er nach Deutschland zurück. Er starb 1957.

Weder er noch seine Familie erhielten Entschädigung für dieses

Unrecht.

8. Mai 2014

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Grundstücksgesellschaft Franz-Mehring-Platz 1