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Inschrift linke Tafel, linke Spalte:

Hans-Joachim Wolf

* 08.081947 + 26.11.1964

im Britzer Zweigkanal

Werner Kühl

* 10.02.1949 + 24.07.1971

nahe der Britzer-Allee-Brücke

(heute: Chris-Gueffroy-Allee)

Chris Gueffroy

* 21.06.1968 + 05.02.1989

am Britzer Zweigkanal, nahe den

Kleingartenkolonien „Harmonie”

und „Sorgenfrei”[!]

(rechte Spalte)

Insgesamt wurden mindestens 136

Menschen zwischen 1961 und 1989 an

der Berliner Mauer getötet oder kamen

in unmittelbarem Zusammenhang mit

dem DDR-Grenzregime ums Leben

■ 98 Flüchtlinge wurden erschossen,

verunglückten oder nahmen sich das

Leben. ■ 30 Menschen aus ost und

West ohne Fluchtabsichten wurden

erschossen oder verunglückten. ■ 8

DDR-Grenzsoldaten wurden im Dienst

von Fahnenflüchtigen, Kameraden,

Flüchtlingen oder einem West-Berliner

Polizisten getötet. ■ 251 Reisende aus

ost und West starben vor, während

oder nach Kontrollen an Berliner

Grenzübergängen. ■ Ungezählt sind

die Menschen, die aus Kummer und

Verzweiflung starben über die Auswir-

kungen des Mauerbaus auf ihr Leben.

Inschrift (rechte Tafel):

Am Abend des 26.November 1964 über-

stieg Hans-Joachim Wolf den Stacheldraht-

zaun und sprang vom südlichen Ufer in

den BRITZER ZWEIGKANAL. DDR-Grenz-

posten eröffneten ohne Vorwarnung das

Feuer. Einer ihrer 61 Schüsse verwundete

den 17-Jährigen tödlich. Die Eltern erhielten

die Nachricht, ihr Sohn sei ”bei Verletzung

der Staatsgrenze” ertrunken.

Weil sie sich in der DDR ein besseres Leben

erhofften, stiegen Werner Kühl und sein

Freund am 24. Juli 1971 nahe der Britzer-

Allee-Brücke in den Grenzstreifen ein und

liefen Richtung Ost-Berlin. DDR-Grenz-

posten hielten sie für Flüchtlinge und

schossen. Werner Kühl verblutete innerhalb

weniger Minuten. Die Schützen erhielten

die „Medaille für vorbildlichen Grenzdienst”.

Der 20-Jährige Chris Gueffroy wollte in der

Nacht zum 6. Februar 1989 mit einem Freund

nach West-Berlin fliehen. Sie gingen davon

aus, dass an der Grenze nicht mehr geschos-

sen würde. Im Grenzstreifen eröffneten

zwei Doppelstreifen das Feuer. Tödlich ge-

troffen brach Chris Gueffroy am vorderen

Grenzzaun zusammen. Er war der letzte

Flüchtling, den DDR-Grenzsoldaten er-

schossen - wenige Monate vor dem Fall

der Mauer.