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© Foto: Holger Hübner

Die Nikolaikirche

ist das älteste erhaltene und eines der ehrwürdigsten Gebäude Berlins.

Früher war sie die Hauptpfarrkirche, die 1938 außer Gottesdienst

gestellt wurde. Wiederaufgebaut nach schweren Kriegszerstörungen

dient sie seit der 750-Jahr-Feier Berlins 1987 als Museum. Zugleich

ist die Nikolaikirche auch ein Ort, an dem sich Berliner Demokratie-

geschichte ereignet hat. In dem Wissen um die Würde und Bedeutung

der Nikolaikirche als ein Ort gelebter Demokratie stiftete das

Abgeordnetenhaus von Berlin diese Gedenktafel.

1809

wurde infolge der Stein-Hardenberg‘schen Reformen die erste ge-

wählte Stadtverordnetenversammlung Berlins in der Nikolaikirche

eingesegnet und vereidigt.

1991

trat in der Nikolaikirche nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 das

erste frei gewählte Gesamtberliner Abgeordnetenhaus zu seiner

konstituierenden Sitzung zusammen.

Die Nikolaikirche ist der Begräbnisort vieler bedeutender Berliner.

Auch

Samuel von Pufendorf

durch Kurfürst Friedrich Wilhelm 1688 als Hofhistoriograph und

Hofrat nach Berlin berufen, ist in der Nikolaikirche bestattet. Von

Pufendorf entwickelte eine der Toleranz verpflichtete Naturrechts-

lehre, die mit ihren erstmals formulierten Grundwerten von

Menschenwürde und Gleichheit der Menschen auf die geistigen

Väter der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und der

französischen Revolution eingewirkt hat sowie nicht zuletzt auch

in den Grundwertekatalog des deutschen Grundgesetzes einging.

Abgeordnetenhaus von Berlin Berlin-Mitte im Jahre 2001