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© Foto: Holger Hübner
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1938 - ‘45

ZUM 70. JAHRESTAG DES

ERSTEN KINDERTRANSPORTS

NACH ENGLAND, AM 30.11.2008,

HAT DER ISRAELISCHE KÜNSTLER

FRANK MEISLER DIESE SKULPTUREN-

GRUPPEN DER STADT BERLIN ALS

GESCHENK ÜBERGEBEN.

 

30TH NOVEMBER 2008 MARKED THE 70TH

ANNIVERSARY OF THE DEPARTURE OF THE

FIRST KINDERTRANSPORT WHICH LEFT FROM

THIS RAILWAY STATION FOR ENGLAND.

THE ISRAELI SCULPTOR FRANK MEISLER, HIMSELF

A CHILD OF THE KINDERTRANSPORTS, CREATED THIS

WORK AND DONATED IT TO THE CITY OF BERLIN.

 

Fenster 2:

ZÜGE IN DAS LEBEN

TRAINS TO LIFE

 

KINDERTRANSPORTE - ZÜGE IN DAS LEBEN 1938-1939

NACH DEN SCHRECKLICHEN EREIGNISSEN DER POGROMNACHT AM 9./10. NOVEMBER 1938 GESTATTETE DAS BRITISCHE

PARLAMENT ALLEIN REISENDEN JÜDISCHEN KINDERN AUS DEUTSCHLAND, DEM ANNEKTIERTEN ÖSTERREICH, DER

TSCHECHOSLOWAKEI, DER FREIEN STADT DANZIG UND DER POLNISCHEN STADT ZBASZYN DIE EINREISE.

AM 30. NOVEMBER 1938 VERLIESSEN 190 KINDER IN SONDERABTEILEN MIT DEM ERSTEN KINDERTRANSPORT DEN

BAHNHOF BERLIN FRIEDRICHSTRASSE. 10.000 VERLIESSEN IN DEN FOLGENDEN NEUN MONATEN VON UNTERSCHIED-

LICHEN BAHNHÖFEN BERLINS UND STÄDTEN WIE MÜNCHEN, KÖLN, LEIPZIG, HAMBURG, DANZIG, KÖNIGSBERG, WIEN

UND PRAG IHRE FAMILIEN, ORGANISIERT VON DEN JÜDISCHEN GEMEINDEN UND DEN QUÄKERN.

 

DIE TRANSPORTE WURDEN BIS ZUR DEUTSCHEN GRENZE BEI AACHEN VON DER GESTAPO BEWACHT.

NIEDERLÄNDISCHE HELFER VERSORGTEN DIE FLÜCHTLINGSKINDER BIS ZUR WEITERREISE MIT DEM SCHIFF. VON

HOEK VAN HOLLAND (ROTTERDAM) KOMMEND, FANDEN SIE IN HARWICH, IM SOMMERLAGER DOVERCOURT, SPÄTER IN

BRITISCHEN PFLEGEFAMILIEN UND HEIMEN AUFNAHME. PFLEGEELTERN UND UNTERKÜNFTE KOORDINIERTEN FLÜCHT-

LINGSKOMITEES, UNTERSTÜTZT DURCH SPENDENAKTIONEN DER BEVÖLKERUNG. HÄUFIGSTER TREFFPUNKT MIT DEN

PFLEGEELTERN WAR DIE STATION LIVERPOOL STREET LONDON. DIE INTEGRATION DER KINDER GESCHAH FÜR-

SORGLICH, EINIGE WURDEN ABER AUCH ALS DIENSTPERSONAL BENUTZT UND VERNACHLÄSSIGT.

80% DER KINDER, DEREN ANGEHÖRIGE MIT ANDEREN ZÜGEN IN DEN TOD GESCHICKT WURDEN, BLEIBT IMMER DAS

SCHULDGEFÜHL ÜBERLEBT ZU HABEN. ALS HAUSFRAUEN, DOKTOREN, PROFESSOREN UND AUTOREN ERZÄHLEN SIE

AN SCHULEN VON IHRER RETTUNG DURCH DIE KINDERTRANSPORTE. INZWISCHEN GROSS- UND URGROSSELTERN

NENNEN SIE SICH NOCH IMMER DIE „KINDER”. DEN DEPORTIERTEN FAMILIENMITGLIEDERN, DEN PFLEGEFAMILIEN,

DEN KINDERN SOWIE DEN ORGANISATOREN SIND DIESE SKULPTUREN GEWIDMET. STELLVERTRETEND FÜR DIE

INTERNATIONALEN HELFER WERDEN HIER GERTRUDE WIJSMULLER MEIJER (AMSTERDAM) UND NIKOLAS WINTON

(LONDON) BENANNT. BERTHA LEVERTON ORGANISIERTE 1989 EIN ERSTES TREFFEN DER KINDER IN HARWICH, DEM

DREI WEITERE FOLGTEN. DER KÜNSTLER FRANK MEISLER, GEBOREN IN DANZIG UND SELBST ÜBERLEBENDER DURCH

DIE KINDERTRANSPORTE, DOKUMENTIERT MIT SEINEN SKULPTUREN STATIONEN DER TRANSPORTE.

09/2006 LONDON - LIVERPOOL STREET STATION

03/2008 WIEN - WESTBAHNHOF (FLOR KENT)

11/2008 BERLIN - FRIEDRICHSTRASSE

05/2009 GDAŃSK - HAUPTBAHNHOF

DIE EUROPÄISCHE ROUTE DER KINDERTRANSPORTE WIRD DURCH WEITERE SKULPTUREN VERVOLLSTÄNDIGT.

 

KINDERTRANSPORTS - TRAINS TO LIFE 1938-1939

AFTER THE TERRIBLE EVENTS OF POGROM NIGHT 9-10 NOVEMBER 1938 THE BRITISH PARLIAMENT GRANTED

PERMISSION FOR JEWISH CHILDREN TO ENTER ENGLAND FROM GERMANY, AUSTRIA, CZECHOSLOVAKIA, DANZIG

AND THE POLISH CITY OF ZBASZYN. 190 CHILDREN WERE THE FIRST KINDERTRANSPORT TO LEAVE FOR ENGLAND

VIA FRIEDRICHSTRASSE RAILWAY STATION. 10,000 CHILDREN TRAVELLED IN THIS WAY THROUGH VARIOUS RAILWAY

STATIONS IN BERLIN, MUNICH, COLOGNE, LEIPZIG, HAMBURG, DANZIG, KÖNIGSBERG, VIENNA AND PRAGUE, LEAVING

THEIR FAMILIES BEHIND. THE JOURNEYS WERE ORGANIZED BY THE JEWISH COMMUNITIES AND BY THE QUAKERS.

THESE GROUPS WERE SUPERVISED UP TO THE DUTCH-GERMAN BORDER BY THE GESTAPO.

DUTCH VOLUNTEERS ARRANGED FOR THE CHILDREN TO BOARD THE FERRIES FROM HOEK VAN HOLLAND (ROTTER-

DAM) TO THE BRITISH PORT OF HARWICH. THE CHILDREN WERE LODGED IN THE SUMMER CAMP OF DOVERCOURT OR

TAKEN IN BY BRITISH FOSTER FAMILIES IN VARIOUS PARTS OF ENGLAND. THESE ARRANGEMENTS WERE COORDINATED

BY THE COMMITTEE FOR REFUGEES AND PAID FOR BY PRIVATE DONATIONS. MANY CHILDREN MET THEIR FOSTER

PARENTS FOR THE FIRST TIME AT LIVERPOOL STREET STATION, LONDON. THE INTEGRATION OF THE CHILDREN

WAS A MIXED SUCCESS. SOME WERE EXPLOITED AS SERVANTS, SOME NEGLECTED, OTHERS SUCCESSFULLY

INTEGRATED. MOST OF THE PARENTS AND SIBLINGS THE CHILDREN LEFT BEHIND WERE MURDERED IN THE

EXTERMINATION CAMPS. 80% OF THE CHILDREN WHOSE FAMILIES WERE SENT TO DEATH ON OTHER TRAINS

HAVE A FEELING OF GUILT BECAUSE THEY HAVE SURVIVED: HOUSEWIVES, DOCTORS, PROFESSORS, AND

AUTHORS, GIVE TALKS IN SCHOOLS ON THEIR RESCUE BY THE KINDERTRANSPORTS. MEANWHILE GRAND-

PARENTS AND GREAT-GRANDPARENTS, THEY STILL CALL THEMSELVES THE KINDER.

THESE SCULPTURES ARE DEDICATED TO THE FAMILIES AND FOSTER FAMILIES, TO THE KINDER AND THE ORGANISERS.

HERE, GERTRUDE WIJSMULLER MEIJER, AMSTERDAM, AND NIKOLAS WINTON, LONDON, ARE REPRESENTATIVES OF THE

INTERNATIONAL HELPERS.

IN 1989, BERTHA LEVERTON ORGANISED THE FIRST REUNION (ROK) IN HARWICH; THREE FURTHER MEETINGS HAVE

FOLLOWED. ARTIST FRANK MEISLER, BORN IN GDAŃSK AND HIMSELF SURVIVOR THANKS TO THE KINDERTRANS-

PORTS, DOCUMENTS WITH HIS SCULPTURES THE MILESTONES OF THE TRANSPORTS.

09/2006 LONDON - LIVERPOOL STREET STATION

03/2008 VIENNA - WESTBAHNHOF (FLOR KENT)

11/2008 BERLIN - BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE

05/2009 GDAŃSK - MAIN STATION

FURTHER SCULPTURES WILL LANDMARK THE EUROPEAN ROUTE TAKEN BY THE KINDER.

 

Fenster 3:

ZÜGE IN DEN TOD

TRAINS TO DEATH

 

KINDERTRANSPORTE - ZÜGE IN DEN TOD 1941-1945

 

NACHDEM 1933 DIE NATIONALSOZIALISTEN AN DIE MACHT KAMEN, ORGANISIERTEN SIE DIE DISKRIMINIERUNG,

AUSGRENZUNG UND VERFOLGUNG DER JÜDISCHEN BEVÖLKERUNG UND ANDERER MINDERHEITEN, DIE MIT DEM EXIL

ODER DEREN DEPORTATION UND ERMORDUNG ENDETE. AB SEPTEMBER 1941 GALT ALS KENNZEICHNUNGSPFLICHT EIN

GELBER STERN MIT DER AUFSCHRIFT „JUDE” AN DER BEKLEIDUNG IM GESAMTEN DEUTSCHEN REICH. JÜDISCHEN KINDERN

WURDE DER BESUCH DEUTSCHER SCHULEN UNTERSAGT. MIT DEM BESUCHSVERBOT VON KINOS; THEATERN, SPORTLICHEN

EINRICHTUNGEN, RESTAURANTS UND ANDEREN REPRESSALIEN RAUBTE MAN IHNEN JEGLICHES MENSCHENRECHT.

IM HERBST 1941 BEGANNEN DIE DEPORTATIONEN JÜDISCHER MITMENSCHEN AUS DEUTSCHLAND NACH OSTEN IN DIE

GHETTOS UND LAGER (U.A. WARSCHAU, RIGA, MINSK), GLEICHGÜLTIG OB KINDER, KRANKE ODER GEBRECHLICHE. AN

DER ORGANISATION UND DURCHFÜHRUNG DES ABTRANSPORTES WAREN VERSCHIEDENE ZENTRALE UND REGIONALE

BEHÖRDEN, DARUNTER GESTAPO, POLIZEI UND IN EINIGEN GEBIETEN AUCH SS- UND WEHRMACHTSEINHEITEN BETEILIGT.

DIE ÖRTLICHEN GESTAPO-STELLEN INFORMIERTEN DIE FÜR DIE „AUSREISE” VORGESEHENEN PERSONEN, OHNE GENEH-

MIGUNG DER BEHÖRDEN DURFTEN SIE IHRE WOHNUNGEN NICHT MEHR VERLASSEN, BIS SIE VON DER POLIZEI ABGEHOLT,

ZU SAMMELSTELLEN GEFÜHRT UND IN GÜTERZÜGE VERFRACHTET WURDEN.

ÜBER DIE FAHRZIELE IN DIE VERNICHTUNGSLAGER WURDEN DIE DEPORTIERTEN NICHT INFORMIERT. DIE DEUTSCHE

REICHSBAHN BERECHNETE DEN JÜDISCHEN GEMEINDEN FÜR DEN TRANSPORT VON ERWACHSENEN VIER, FÜR

KINDER ZWEI PFENNIG PRO KILOMETER. DIE UNMENSCHLICHEN BEDINGUNGEN DIESER TRANSPORTE

FORDERTEN BEREITS WÄHREND DER FAHRT ERSTE TODESOPFER.

AN DEN RAMPEN DER TÖTUNGSFABRIKEN WURDEN MÄNNER, FRAUEN UND KINDER VON LAGERÄRZTEN GETRENNT.

WER MIT DER SELEKTION ALS „ARBEITSUNFÄHIG” GALT, WURDE EBENSO WIE BABYS SOFORT UMGEBRACHT. IN DEN

KONZENTRATIONSLAGERN UND GHETTOS WAREN DIE LEBENSBEDINGUNGEN VÖLLIG UNZUREICHEND, SODASS VIELE

WEITERE MENSCHEN AN UNTERERNÄHRUNG UND KRANKHEITEN STARBEN. WIE ALLE HÄFTLINGE MUSSTEN KINDER

UND JUGENDLICHE TÄGLICH SCHWERE KÖRPERLICHE ARBEIT VERRICHTEN. VIELE WURDEN VOM JEWEILIGEN LAGER-

ARZT ALS TESTPERSONEN FÜR MEDIZINISCHE VERSUCHE MISSBRAUCHT. WEIL DEN TÄTERN MASSENERSCHIESSUNGEN

NICHT MEHR AUSREICHTEN, WURDE DIE VERNICHTUNG DURCH DEN BAU VON VERGASUNGS- UND VERBRENNUNGSANLAGEN

WEITER „PERFEKTIONIERT”.

DER NAME DES KONZENTRATIONSLAGERS AUSCHWITZ STEHT SYMBOLISCH FÜR DEN FABRIKMÄSSIGEN MASSENMORD

DER NATIONALSOZIALISTEN, DER NICHT NUR DEUTSCHE JUDEN ERFASSTE, SONDERN MENSCHEN AUS GANZ EUROPA

BETRAF. MILLIONEN MENSCHEN ÜBERLEBTEN DIESEN VERNICHTUNGSWAHN NICHT, UNTER IHNEN 1,5 MILLIONEN

EUROPÄISCHE JÜDISCHE KINDER.

 

KINDERTRANSPORTS - TRAINS TO DEATH 1941-1945

 

UPON UPCOMING TO POWER THE NATIONAL SOCIALISTS EMBARKED ON THE PERSECUTION OF THE JEWISH

POPULATION AND OTHER MINORITIES. IT WAS TO END IN DEPORTATION AND MURDER.

IN SEPTEMBER 1941 THE WEARING OF THE YELLOW STAR WITH THE INSCRIPTION ’JEW’ BECAME COMPULSORY.

SCHOOLS WERE FORBIDDEN TO JEWISH CHILDREN AS WERE CINEMAS, THEATRES, RESTAURANTS AND SPORTS

EVENTS FOR ALL JEWS.

BY AUTUMN 1941 THE FIRST DEPORTATION OF JEWS TO THE EAST TOOK PLACE. PERSONS OF SO-CALLED MIXED

MARRIAGES WERE EXEMPT.

 

THE DEPORTATIONS INCLUDED CHILDREN, THE SICK AND INVALIDS. CENTRAL AND REGIONAL ORGANIZATIONS

RESPONSIBLE FOR HANDLING THE TRANSPORTATIONS INCLUDED THE GESTAPO, POLICE AND ON OCCASION THE

SS AND MILITARY AUTHORITIES. THE GESTAPO CENTRES INFORMED THE PEOPLE THUS SELECTED, WHO WERE THEN

FORBIDDEN TO LEAVE THEIR HOMES. ON THE DAY OF DEPARTURE THE VICTIMS WERE TAKEN TO SELECTION POINTS

BY THE POLICE AND HERDED INTO FREIGHT TRAINS. FOR THIS THE GERMAN RAILWAYS DEMANDED PAYMENT OF 4

PFENNIGS FOR EACH ADULT AND 2 PFENNIGS FOR EACH CHILD PER KILOMETRE FROM THE JEWISH COMMUNITIES.

THE INHUMANE CONDITIONS OF THESE TRANSPORTS RESULTED IN THE DEATH OF MANY DURING THE JOURNEY.

 

ON ARRIVAL AT THE RAMPS OF THE EXTERMINATION CENTRES, MEN, WOMEN AND CHILDREN WERE

SEPARATED. THOSE CLASSIFIED AS UNSUITABLE FOR WORK AND BABIES WERE IMMEDIATELY MURDERED.

THE LIVING CONDITIONS IN THE CAMPS AND GHETTOS BEING TOTALLY INADEQUATE MANY PEOPLE DIED

THROUGH MALNUTRITION AND ILLNESSES. CHILDREN AND YOUTHS AS ALL OTHER INMATES HAD TO ENDURE

HARD PHYSICAL LABOUR WHILE THE CAMP DOCTORS MISUSED MANY FOR MEDICAL EXPERIMENTS.

 

WHEN EXECUTIONS THROUGH MASS SHOOTINGS WERE JUDGED TO BE TOO SLOW POISON GAS CHAMBERS WERE

ERECTED AND THE CORPSES BURNT.

THE CONCENTRATION CAMP AUSCHWITZ STANDS AS A SYMBOL OF THIS INDUSTRIALIZED MASS MURDER. AMONG

THE MILLIONS OF PEOPLE MURDERED WERE MORE THAN 1,5 MILLION EUROPEAN JEWISH CHILDREN.

 

DIE INFORMATIONSTAFELN WURDEN VON DER INITIATIVE BERLINER KINDERSKULPTUR

UNTER MITWIRKUNG DER GEDENKTAFELKOMMISSION BERLIN-MITTE ENTWORFEN.

GEFÖRDERT VON DER IG METALL JUGEND BERLIN-BRANDENBURG-SACHSEN UND TRANSNET BERLIN.

DIE DEUTSCHE BAHN AG UNTERSTÜTZT DAS ANBRINGEN DER INFORMATIONSTAFELN.