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© Foto: Holger Hübner

Zum Gedenken an Heinz Jercha

Vom Keller dieses West-Berliner Hauses wurde im März 1962

ein Fluchttunnel zum gegenüberliegenden

Haus Heidelberger Straße 75 in Ost-Berlin gegraben.

Zwischen dem 22. Und dem 27. März 1962 konnten hier

etwa 50 Menschen in den Westen flüchten.

Nachdem der im Ost-Berliner Haus lebende Stasi-Spitzel

»IM Naumann« den Tunnel verraten hatte, geriet Heinz Jercha

beim Versuch, weitere Flüchtlinge zum Tunnel zu bringen,

am 27. März 1962 in einen Hinterhalt der DDR-Staatssicherheit.

Von den zahlreichen auf ihn abgefeuerten Schüssen traf ihn

ein Querschläger aus der Pistole eines Stasi-Leutnants

um 20.50 Uhr in den Rücken.

Heinz Jercha konnte durch den Tunnel in den Westen zurück-

kriechen, verlor hier aber das Bewusstsein und starb kurz nach

21 Uhr an den durch den Schuss verursachten inneren Blutungen.

Die Heidelberger Straße war die Straße Berlins, die zu Zeiten

der Mauer am häufigsten untertunnelt wurde.

Die Gesamtzahl der von Treptow nach Neukölln durch Tunnel

Geflüchteten ist nicht genau bekannt, liegt aber bei über 100 Menschen.

Immer wieder wurden Flüchtlinge und Fluchthelfer aber auch verhaftet.

Im Oktober 1962 schoss die Stasi - wieder unter Beteiligung

des Todesschützen von Heinz Jercha - einen weiteren Fluchthelfer an

und verletzte ihn schwer.

Gestiftet durch den Berliner Unterwelten e.V. Berlin, 27. März 2012