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© Foto: Holger Hübner

Hans

Rosenthal

geb. 1925 gest. 1987

Der beliebte Showmaster und Entertainer erreichte ein

Millionenpublikum im Radiosender RIAS, aber vor allem im

ZDF-Fernsehen mit seiner Show „Dalli, Dalli”.

In diesem Bad lernte er das Schwimmen. Allerdings nicht

als Kind oder Jugendlicher, sondern im Alter von 25 Jahren.

Der Grund dafür war, dass ihm als Jude in der Zeit des so-

genannten Dritten Reiches das Betreten öffentlicher Bäder

verboten war. Die Nationalsozialisten führten damit die

gesellschaftsverbindende Idee der Volksschwimmbäder, in

der jeder Gast willkommen ist, ad absurdum.

Das Erlernen des Schwimmens bedeutete Hans Rosenthal

sehr viel. Er beschrieb diesen Moment in seiner Autobio-

graphie: „Zu Rekorden werde ich es gewiß nicht mehr brin-

gen. Aber ich kann mich über Wasser halten - und niemand

weiß besser als ich, wie wichtig das ist.” Er spielte damit auf

den Holocaust an, dem er durch eine Reihe glücklicher Zu-

fälle und dies selbstlose Hilfe mutiger Mitmenschen nicht

zum Opfer fiel. Er überlebte in einem Versteck.

Vor dem Hintergrund dieser Geschichte haben die Berliner

Bäder-Betriebe entschieden, das Stadtbad Schöneberg

Hans Rosenthal zu widmen. Es trägt fortan aus seinen

Namen.

Berlin-Schöneberg, 20. Januar 2012