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© Foto: Holger Hübner
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Die größte Massenflucht aus der DDR

Durch die Kanalisation vor diesem Haus flüchteten

vom 13. September bis zum 14. Oktober 1961

etwa 500 Menschen nach West-Berlin.

Entdeckt wurde dieser Weg in die Freiheit unter

der Neuen Grünstraße, der Seydelstraße und der

Alten Jakobstraße durch zwei Ost-Berliner.

Die Fluchttour für viele Menschen organisierten dann

Fluchthelfer aus West-Berlin, die sich in der

Girrmann-Gruppe zusammengeschlossen hatten.

Die Mauer zwischen Ost und West stand damals

entlang der Bezirksgrenze zwischen Berlin-Mitte

und Kreuzberg in Höhe der Kommandantenstraße/

Stallschreiberstraße.

Die Kanalröhre ist hier, beim Einstieg,

einen Meter hoch, beim Ausstieg im Westen, an der

Einmündung der Feilnerstraße, 1,50 Meter.

Der Weg, den die Flüchtlinge kriechend im Wasser

zurücklegen mussten, war etwa 550 Meter lang.

Direkt unter der Grenze mussten sie sich

außerdem durch ein von den Fluchthelfern

durchgesägtes Gitter zwängen.

Trotzdem ist niemand, der hier ankam,

davor zurückgeschreckt, in die enge, schmutzige

Röhre einzusteigen.

Dieser Fluchtweg war der sicherste, den es je gab.

Niemand wurde hier verhaftet oder erschossen.

Gestiftet von Burkhart Veigel, ehemaliger Fluchthelfer der Girrmann-Gruppe,

und dem Berliner Unterwelten e.V.

2. Oktober 2015