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© Foto: Holger Hübner
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Erlöserkirche – Ort des Widerstands

gegen die SED-Herrschaft

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war

die evangelische Erlöserkirche mit dem sie umgebenden

Gelände ein herausragender Ort zahlreicher kirchlicher

Veranstaltungen regimekritischen Inhalts. Sie wurden

DDR-weit beachtet und aus allen Teilen des Landes auf-

gesucht. In Bluesmessen artikulierten Punks und andere

unangepasste Jugendliche ihre Befindlichkeit und ihre

Hoffnungen auf gesellschaftliche Veränderungen. In

Friedenswerkstätten kritisierten kirchliche Friedensgruppen

die zunehmende Militarisierung der Schule, brachten

Umweltgruppen die verheerenden, aber tabuisierten

Schädigungen der Natur zur Sprache, forderten Menschen-

rechtsgruppen die Beachtung der Menschen- und Bürger-

rechte, zu denen sich die DDR öffentlich bekannt hatte.

Die SED-Führung sah in diesen Veranstaltungen eine

Bedrohung ihrer Alleinherrschaft, bedrängte die evange-

lische Kirchenleitung massiv, allerdings erfolglos, sie zu

verbieten und ließ sie mit immensem Aufwand beobachten.

Die Beteiligten versuchte man einzuschüchtern, teilweise

durch Verhaftung an der Mitwirkung zu hindern. Dennoch

zogen diese Veranstaltungen Tausende an, ermutigten zum

Weitermachen und bewirkten die zunehmende Vernetzung

der zahlreichen Gruppen. Damit hat die Erlöserkirche einen

erheblichen Anteil an der Herausbildung einer revolutionä-

ren Situation in der DDR.