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Zum Gedenken an die Familie Bleichröder, die über ein Jahrhundert auf dem Grundstück Breite Straße 33/33A ansässig war und die

Bildungs- und Sozialarbeit großzügig unterstützt hat, wird die 2002/2003 neu angelegte öffentliche Parkanlage mit Kinderspielplatz in

Bleichröderpark

benannt.

Das Grundstück Breite Straße 33 als Teil eines ehemaligen Kossätenhofs befand sich seit etwa 1818 im Eigentum der Familie Bleichröder.

Der Bankier Julius Bleichröder (1828-1907) erweiterte es 1855 durch Ankauf eines Teils des alten Pfarrackers und nutzte das Haus mit seiner

Familie zur Erholung in den Sommermonaten. Ein großer Teil des alten Gartens ist in die heutige Parkanlage integriert worden. Julius

Bleichröder gründete die nach ihm benannte Stiftung zur Unterstützung Hilfsbedürftiger und bedachte in seinem Testament, wie auch später

seine Witwe Adelheid, eine Reihe von mildtätigen Organisationen.

Sein Sohn, Dr. med. Fritz Bleichröder (1875-1938), ließ 1909 die „Bleichröder-Villa“, Breite Straße 33 A, für sich und seine Familie bauen.

Er setzte als erfolgreicher Arzt und Pankower Bürger das soziale Engagement seines Vaters fort.

1933 besetzten die Faschisten das ältere Bleichröder-Haus. Die Familie Fritz und Elli Bleichröder durfte mit den drei Kindern noch in der Villa

wohnen bleiben. Noch bevor Fritz Bleichröder 1938 verstarb emigrierten die Kinder bereits, während seine Frau Deutschland erst nach sei-

nem Tod verließ. Die Bleichröder-Villa diente ab ca. 1965 einem Jugendclub (1976 Jugendclub Walter Husemann)

ehe sie nach langem Leerstand 2002 abgerissen werden musste. Das alte Sommerhaus wurde in den neuen Gewerbebau an der Breite

Straße integriert. Erst durch einen Grundstückstausch zwischen dem Bezirksamt Pankow und den Erben von Fritz und Elli Bleichröder konnte

der Park in seiner jetzigen Form entstehen. Der Park wurde mit Mitteln aus dem Senatsprogramm „Stadtweite Maßnahmen“ des Arbeitsamts

Nord sowie Sanierungsförderungsmitteln des Bezirksamts Pankow finanziert.

Der Dank gilt allen, die an der Realisierung des Parks mitgewirkt haben. Pankow im April 2003