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© Foto: Holger Hübner

Das Museum

für Völkerkunde

und sein Gründer

Adolf Bastian

An dieser Stelle stand von 1884 bis 1961 das Museum

für Völkerkunde als Teil der zunächst Königlichen, später

Staatlichen Museen zu Berlin. 1873 erging der Beschluss,

für die damals im »Neuen Museum« untergebrachten eth-

nologischen Sammlungen ein eigenständiges Gebäude zu

errichten, das zwischen 1880 und 1884 von den Architekten

Ende und Boeckmann realisiert wurde. Im Dezember 1886

fand in Anwesenheit des späteren Kaisers Friedrich III. die

feierliche Einweihung

des im Renaissnce-Stil

errichteten Gebäudes

statt.

Bis zum Beginn des

Zweiten Weltkrieges be-

herbergte das Museum

die ethnologischen Aus-

stellungen, während die

Sammlungen in Berlin-

Dahlem deponiert wa-

ren. Nach Gründung der

Stiftung Preußischer Kulturbesitz 1957 wurde beschlossen,

auch die ethnologischen Ausstellungen im neuen Museums-

komplex Dahlem zu präsentieren. Da man das im Krieg

schwer beschädigte Gebäude als unzweckmäßig ansah,

wurde es 1961 vollständig abgerissen.

Mit umfangreichen Sammlungen aus aller Welt gehörte

das damals Königliche Museum für Völkerkunde (heute

Ethnologisches Museum) zu den international führenden

Institutionen seiner Art. Das verdankte es vor allem seinem

Gründer Adolf Bastian (1826 bis 1905), zugleich erster

Professor für Ethnologie an der Berliner Universität und

damit Begründer der ethnologischen Wissenschaft in

Deutschland. Sein Ziel war es, die damals unbekannten

und bedrohten Kulturen der außereuropäischen Völker

umfassend zu dokumentieren.

Im Zeitalter des expandierenden Kolonialismus sorgte

Bastian mit Hilfe von Berliner Mäzenen und einem welt-

weiten Netz von Beziehungen unermüdlich für die Vermeh-

rung der Sammlungen, schrieb zahlreiche wissenschaftliche

Abhandlungen und führte meist mehrjährige Weltreisen

durch. Auf seiner letzten großen Reise starb er am

3. Februar 1905 in Port of Spain auf der Insel Trinidad.

Sein Leichnam wurde nach Berlin überführt und ruht heute

in einem Ehrengrab Berlins auf dem Südwestkirchhof

Stahnsdorf.

In this place stood the former Museum of Ethnology which

opened in 1886 and was demolished in 1961. Its founder,

Adolf Bastian (1826-1905), compiled an extensive collection

from Non-European cultures as a documentation of their

former way of life which changed rapidly through European

colonialism.