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© Foto: Holger Hübner

Ehemaliges

Stadion Lichtenberg

Bis in die 1950er Jahre befand sich auf dem weiten Areal zwischen der

Landsberger Allee, Herzbergstraße und dem Evangelischen Krankenhaus

Königin Elisabeth Herzberge das Stadion Lichtenberg. Es wurde vom

Architekten und Lichtenberger Stadtbaurat Rudolf Gleye geplant und

zwischen 1914 und 1920 als erstes deutsches Städtisches Stadion

errichtet.

In den 1920er Jahren war es eine traditionsreiche Sportstätte der lin-

ken Arbeiterschaft Lichtenbergs. Mit dem »Arbeiter-Fußballwettkampf

Moskau-Berlin« am 9. September 1923 war das Stadion auch Schauplatz

des ersten Deutsch-Sowjetischen Sporttreffens. Bis 1933 folgten mehrere

so genannte »Russenspiele«. 1929 wurde das Stadion zum Aufmarschplatz

für das erste Reichstreffen des Rotfrontkämpferbundes.

Nach der Gleichschaltung der Sportvereine brach auch die Tradition des

Arbeitersports ab. In der Umgebung des Stadions waren zwischen 1939

und 1945 Zwangsarbeiter untergebracht, um die Kriegsproduktion in

nahe gelegenen Betrieben zu gewährleisten.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges standen in unmittelbarer Nähe

Flak-Batterien, ehe bereits am 20. Mai 1945 ein erstes Fußballspiel

stattfand. An die Tradition der »Russenspiele« sollte schon am 27. Mai

1945 angeknüpft werden. Die Berliner Zeitung kündigte für diesen Tag

ein Fußballspiel zwischen einer Lichtenberger und einer Mannschaft

der Roten Armee an. Ob es aber stattfand, ist keiner zuverlässigen Quelle

zu entnehmen.

In der Nachkriegszeit änderte das Stadion mehrfach seinen Standort,

bis es Anfang der 1970er Jahre aufgegeben wurde. Das heutige Stadion

Lichtenberg befindet sich an der Siegfriedstraße.